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Statistiken zu Ingelheims Entwicklung seit 1815 und insbesondere seit 1939 bzw. 1945


Autor: Hartmut Geißler
mit Daten des Statitischen Landesamtes,
der Stadt Ingelheim und von Martina Rommel 2019


a) Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung

Das Statistische Landesamt veröffentlichte zeitweise auf seinen Seiten "Mein Dorf, meine Stadt" auch die Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung von Ingelheim von 1815 an, also nach der französischen Zeit.

Sie basieren einerseits auf den durch An- und Abmeldungen fortgeschriebenen Volkszählungsdaten von 1987 bzw. auf den Daten des letzten repräsentativen Mikrozensus von 2011 und erfassen nur Einwohner mit erstem Wohnsitz. Die von der Stadt Ingelheim selbst veröffentlichten Zahlen der letzten Jahre bezogen auch die Einwohner mit Zweitwohnsitz ein (z. B. Studenten) und lagen dadurch etwas höher.

Hier die veröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes bis 2009 und aus den Jahren danach ergänzt aus einer Email-Auskunft des Statitischen Landesamtes vom 9. Januar 2020:

Jahr
 Einwohner

 

 

 

In den Zahlen enthalten sind die Daten der drei bzw. vier früher selbständigen Orte Frei-Weinheim, Nieder-Ingelheim (mit Sporkenheim), Ober-Ingelheim und Großwinternheim, die 1939 bzw. 1972 Stadt vereinigt wurden (ab 1939 fett gedruckt).

Im Jahr 2019 kamen die Orte Heidesheim und Wackernheim hinzu.

 

1815 3.967
1835 6.082
1871 6.517
1905 8.899
1939 11.817
1950 14.218
1961 16.854
1970 19.735
1987 21.081
2002 24.973
2007 24.414
2009 24.050
2010 24.151
2011 24.025
2012 24.235
2013 24.283
2014 24.155
2015 26.546
2016 24.998
2017 24.998
2018 24.998
*2019 *34.710

 

* = Ergänzung aus Rommel

In einer Grafik der Stadt Ingelheim wurden die Zahlen folgendermaßen dargestellt:

Auch wenn die Erhebungsjahre keine gleichen Abstände haben, so dass die Gleichförmigkeit des Steigungswinkels nur vorgetäuscht wird, sieht man doch, dass Ingelheim seit dem Ende der französischen Zeit 1815 bis 2002 stark gewachsen ist.

Ein weiteres Bevölkerungswachstum Ingelheims dürfte entscheidend von der zukünftigen Arbeitsplatzsituation in und um Ingelheim abhängen, also weiterhin von Zuzügen, denn durch hiesige Geburten allein kann die Stadt (wie ganz Deutschland) nicht mehr wachsen. Hinzu kommen - unabhängig von der Arbeitsplatzsituation - mögliche weitere Flüchtlingsströme wie im Jahr 2015.

Die Ausdehnungsmöglichkeiten der Stadt in Form von neuen Wohn- oder Gewerbegebieten stoßen allerdings durch Landschafts- und Naturschutzgebiete ringsum an enge Grenzen. Daran dürfte auch die Eingemeindung von Heidesheim und Wackernheim nichts Entscheidendes ändern. Im Stadtbereich selbst bestehen aber noch Wohnungsbaumöglichkeiten, die schon jetzt zu einer weiteren städtischen "Verdichtung" mit immer mehr Verkehr führt.

Die Prognosen des Statistischen Landesamtes ("Rheinland-Pfalz 2050") sehen für den Landkreis Mainz-Bingen in drei Varianten zwar einen weiteren Bevölkerungsanstieg bis 2020 vor, danach aber ein mehr oder weniger starkes Absinken, das dann auch Ingelheim betreffen dürfte. Solche Prognosen stehen allerdings, wie man am Jahr 2015 sieht, auf unsicheren Füßen.

 

b) Daten des Stat. Landesamtes für das Jahr 2014 (jetzt nicht mehr abrufbar):

Stadt Ingelheim am Rhein, große kreisangehörige Stadt

1. Fläche:

Flächennutzung am 31.12.2014

Bodenfläche insgesamt in km2 49,8, davon in %
- Landwirtschaftsfläche 65,3
- Waldfläche 5,2
- Wasserfläche 5,9
- Siedlungs- und Verkehrsfläche 22,9
- Sonstige Flächen 0,6

2. Bevölkerung

Bevölkerungsstand am 31.12.2014

Insgesamt 24.155
- Männer 11.792 (48,8%)
- Frauen 12.363 (51,2%)

- Deutsche 22.101 (91,5%)
- Ausländer 2.054 (8,5%)

Altersgruppen
- unter 3 Jahre: 583 (2,4 %)
- 3 - 6 Jahre 618 (2, 6%)
- 6 - 10 Jahre 878 (3,6 %)
- 10 - 16 Jahre 1.400 (5,8 %)
- 16 - 20 Jahre 1.060 (4,4 %)
- 20 - 35 Jahre 3.689 (15,3 %)
- 35 - 50 Jahre 5.204 (21,5 %)
- 50 - 65 Jahre 5.810 (24,1 %)
- 65 - 80 Jahre 3.663 (15,2 %) 
- 80 Jahre und älter 1.250 (5,2 %)

- unter 20 Jahre 4.539 (18,8 %9
- 20 - 65 Jahre 14.703 (60,9 %)
- 65 Jahre und älter 4.913 (20,3 %)

Jugendquotient 30,9 
Altenquotient 33,4

Bevölkerung pro km2 484,4

Bevölkerungsentwicklung 2014 (Anzahl % )

- Veränderung der Gesamtbevölkerung gegenüber dem Vorjahr -128 (-0,5 %) [also leichte Abwanderung]


Bevölkerungsbewegung 2014 (Anzahl und Prozent je 1.000 Einwohner)

- Lebendgeborene 206 (8,5%)
- Gestorbene 258 (10,7%)
- Gestorbenenüberschuss 52 (2,1%)
- Zuzüge über die Stadtgrenzen 1.977 (81,6%)
- Fortzüge über die Stadtgrenzen 2.058 (85,0%)
- Wanderungssaldo -81 (-3,3%)

Grundlage sind die Fortschreibungsergebnisse auf der Basis des Zensus 2011.

3. Landwirtschaft

Agrarstruktur (2010)
- Landwirtschaftliche Betriebe 126
- Landwirtschaftlich genutzte Fläche in ha 2.099
- Landwirtschaftlich genutzte Fläche je Betrieb in ha 17
- Anteil Ackerland in % 47,5
- Anteil Dauergrünland in % 6,5
- Weinbau Betriebe mit 0,5 ha und mehr Rebfläche (2010) 86
- Rebfläche je Betrieb in ha (2010) 7
- Bestockte Rebfläche in ha (2010) 646
- Weißweinrebsorten in % 47,8
- Rotweinrebsorten in % 52,2 [also nach wie vor etwas mehr Rotwein als Weißwein; Gs]

Viehbestand (im März )
- Einhufer (Pferde) 141
- Rinder *
- Milchkühe -
- Schweine *
- Schafe 40
(* Werte unbekannt oder unterliegen der Geheimhaltung, - Werte nicht vorhanden.)


c) Konfessionsverteilung

Martina Rommel hat auch Daten zu "konfessionellen Aspekten der Bevölkerungsentwicklung" zusammengestellt (S. 236-237). Dabei schrieb sie u.a.:

In den 1980er-Jahren betrug der Anteil der Katholiken an der Bevölkerung 46%,
1993 dann 41%.
Mit 3.020 Gläubigen lag der Anteil der Katholiken an der Bevölkerung
2018 bei ca. 30%.
Nach den Erhebungen des Zensus zählte man
2011 in Ingelheim 8.470 Protestanten (35,4%).

Zu den Anteilen von Ingelheimern muslimischen Glaubens liegen keine Zahlen vor.

 

Gs, erstmals 16.03.09; Stand: 26.01.20