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2. "Malakoffturm", Rosengarten, Kirchhof


Autor und Fotos/Repros: Hartmut Geißler / Hist. Verein


Zu den Wehrmauern Ober-Ingelheim allgemein

Oben: Rosengarten und sog. Malakoff-Turm (19 m hoch) in der Wehrmauer um die Burgkirche, die links außerhalb des Bildes liegt, auf einem alten Foto des Historischen Vereins (20er/30er Jahre des 20. Jh.?). Der heutige Rosengarten ist eine größere Fläche zwischen der äußeren Kirchenburgwehrmauer (rechts) und der inneren (links), früher mit Häusern bebaut, auch als Zwinger bezeichnet.

Links: der Malakoff-Turm nach der jüngsten Restaurierung; früher hieß er „alte Wache“ und war der wichtigste Beobachtungspunkt im System der Wehrmauern. Der Anbau unten stammt wohl aus dem 19. Jahrhundert, es gab niemals einen Zugang in das Erdgeschoss des Turmes von da aus.

Sein volkstümlicher Spitzname stammt aus dem Krim-Krieg 1854/55, über den es wegen der Erfindung der Telegrafen zum ersten Mal eine sehr zeitnahe Kriegsberichterstattung gab. Die Bezeichnung stammt von den hart umkämpften provisorischen Befestigungsanlagen (incl. eines höheren Turmes), auf dem Hügel "Malachow-Kurgan", auch "Fort Malakoff" genannt, südöstlich von Sewastopol. Sein heutiges Aussehen, auch den oberen Abschluss, hat der Turm nach mehrfachen Restaurierungen erhalten. Im Merian-Stich von 1645 hat er ein Dach.

Unten: Im 19. und frühen 20. Jahrhundert diente die Freifläche zwischen den Wehrmauern als kostenlose Gemeindebleiche für frisch gewaschene Wäsche (Bild: Hist. Verein). Außerdem fanden dort in der Zwischenkriegszeit verschiedene Theateraufführungen statt.

 

 

 

 

 

Rest der doppelten Wehrmauer mit dem dazwischen liegenden "Zwinger", heute eine Freilichtbühne gegenüber der Turnhalle.

Diese doppelte Mauer umzog die gesamte Ostflanke des Burgkirchengeländes zum Mainzer Berg hin.


Auf dem heute nicht mehr für Erdbestattungen benutzten Kirchhof (nördlich an die Kirche angrenzend) findet man noch einige historisch interessante Grabmäler und herausgestellt Epitaphien aus dem Inneren der Kirche. Seit kurzem wird wieder eine Freifläche in seiner Mitte für Urnenbestattungen für Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde verwendet.

Links: das Gedenkgrabmal für Dr. Martin Mohr, rechts alte Epitaphien, die früher natürlich in der Kirche angebracht waren

 

Anfang der 1960er Jahre wurde der Marktbrunnen von 1901, der zugleich als Kriegerdenkmal für die gefallenen Ober-Ingelheimer im deutsch-französischen Krieg 1870/71 diente, anlässlich einer Neugestaltung des Marktplatzes in den Rosengarten versetzt und dort 2008 restauriert. Die Gefallenen stehen alphabetisch, nach Waffengattungen geordnet, auf einer Schrifttafel.

 

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Gs, erstmals: 10.03.06; Stand: 17.02.21