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Dr. Joachim Gerhard, CDU, 1995-2012

 

 

Dr. Joachim Gerhardt; Foto: privat

Autorin: Gerhard, Nadine*: Ingelheim am Rhein, S. 549-550
und überarbeitet nach Angaben von Dr. Gerhard selbst

 

In der Stadtratssitzung vom 30. Januar 1995 wurde aufgrund einer Änderung der rheinland-pfälzischen Gemeindeordnung vom 30.01.1994 der Beschluss gefasst, dass der Oberbürgermeister für die Dauer von acht Jahren und "von den Bürgerinnen/Bürgern der Stadt in allgemeiner, gleicher, geheimer, unmittelbarer und freier Wahl am 11. Juni 1995 gewählt" werden soll, also erstmals nicht der Stadtrat die Entscheidung treffen würde. Nachdem sich schon zwei Jahre zuvor abzeichnete, dass Anno Vey nicht mehr kandidieren würde, traten der CDU-Kandidat Dr. Joachim Gerhard, seit 1979 Mitglied des Stadtrates und seit 1989 Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion, und der bisherige Bürgermeister Rolf Drewes von der SPD gegeneinander an. Gerhard konnte die erste Ingelheimer Direktwahl für sich entscheiden und wurde im darauffolgenden Januar in sein Amt eingeführt.

Dr. Joachim Gerhard wurde am 30. Dezember 1950 als Sohn eines Bundesbahnbeamten in Bubenheim geboren. Er besuchte zunächst die Volksschule in Bubenheim und nach erfolgtem Umzug der Familie die Volksschule und dann das Sebastian-Münster-Gymnasium in Ingelheim. 1969 legte er hier das Abitur ab. Nach zwei Jahren Militärdienst in der Bundeswehr folgte ein Chemiestudium in Mainz, das er 1978 mit dem Diplom und 1981 mit der Promotion abschloss. Von 1982 bis 1990 war Dr. Gerhard beim Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht tätig, seit 1984 als Referatsleiter. 1990 nahm er seinen Dienst als Referatsleiter und stellvertretender Abteilungsleiter in der Abteilung Abfallwirtschaft und Altlasten beim Ministerium für Umwelt auf. Diese Stelle hatte er bis zu seiner Wahl als Oberbürgermeister inne.

Wichtige politische Themen waren die Schaffung und Gestaltung eines Stadtzentrums mit der Entwicklung und Verabschiedung der entsprechenden städtebaulichen Pläne (Rahmenplan Stadtzentrum 2010), der Anpassung der Verkehrsinfrastruktur (L 428 neu, Römerstraße, West-Ost-Umfahrung) und der Weiterentwicklung des ÖPNV (Park und Ride Anlage, Sanierung der Bahnanlagen Busbahnhof, Fahrradparkhaus). Zudem war er mit verantwortlich für die Entwicklung der Kaiserpfalz und des Saals unter Gesichtspunkten von Denkmalpflege, Tourismus und städtebaulicher Sanierung als Ingelheimer Identitätsmerkmal.

Nach erneuter Wahl im Jahr 2014 endete im Mai 2019 seine Amtszeit als Ratsmitglied

Gerhard, unter anderem seit 2007 Vorsitzender des Historischen Vereins Ingelheim und seit 2015 Vorsitzender des Fördervereins Ingelheimer Städtepartnerschaften, lebt in Ingelheim.

* Frau Nadine Gerhard ist nicht mit Dr. Joachim Gerhard verwandt.

 

Gs, erstmals: 17.12.19; Stand: 19.02.20