Autor und Fotos: Hartmut Geißler
Das Gebäude in exponierter Lage - wenn man von der Fähre kommt, links am Ortsanfang - hatte im Laufe der Zeit verschiedene Funktionen:
Es diente
- als kurpfälzische Forstverwaltung,
- als Gaststätte "Zur Pfalz", weil hier ja selzaufwärts die Kurpfalz begann,
- und in einem Gebäudeteil auch als kleine lutherische Kirche.


An der vorderen linken Ecke des Gebäudes befindet sich eine Holzsäule mit verschiedenen Hochwasserständen. Das schlimmste hier registrierte Hochwasser ereignete sich 1781. Die Ursache solcher Hochwasserfluten, die Frei-Weinheim immer wieder heimsuchten (im Unterschied zu den höher gelegenen Orten des Rheingaus gegenüber!) bestand meistens in einem Eisstau nach starkem Frost. Dabei wirkte das aufgestaute Eis wie eine Staumauer, an der sich das folgende Schmelzwasser immer höher aufstaute.

Neben dem Eckgebäude oben schließt sich die ehemalige Scheune des Holzhändlers Schaurer an, die in den letzten Jahre zu Wohnungen umgebaut wurde.
Neben der Verschiffung von Wein war nämlich die Anlandung von Bauholz, das mit Flößen den Rhein herabkam, ein wichtiger Gewerbezweig des Weinheimer Hafens.
Zwischen beiden Gebäuden wurde vor kurzem ein schön klingendes Glockenspiel angebracht, links, unter dem roten Schutzdach, das beide Gebäude verbindet. Der Giebel der ehemaligen Scheune wurde mit einer Uhr, mit Sprüchen, den Wappen von Ingelheims ausländischen Partnerstädten und Jugendstilelementen verziert.

Gs, erstmals: 13.03.06; Stand: 21.09.11