Vereinsveranstaltungen 2. Halbjahr 2017

Vortrag "Reformation in Ingelheim"

 

Dienstag, 15.08.2017, 19.00 Uhr

Hartmut Geißler wird vor allem anhand von Berichten über die verschiedenen Reformationen in Oppenheim die Ereignisse in Ingelheim zu rekonstruieren versuchen, die von den Oppenheimer Berichten mit erwähnt werden. Er befasst sich mit dem lutherischen Reformationsversuch unter Kurfürst Ottheinrich, aber schwerpunktmäßig mit der radikalen calvinistischen Reformation unter Kurfürst Friedrich III., durch die auch der Ingelheimer Grund bis zum Dreißigjährigen Krieg völlig „reformiert“ wurde (Heidelberger Katechismus).

Siehe die Webseiten unter: http://www.ingelheimergeschichte.de/index.php?id=170

 

Vortrag von Vorstandsmitglied Hartmut Geißler, Ingelheim

Ort: Neues WBZ, Neuer Markt 3, Großer Saal

Führung "Die merowingischen Reihengräber in der Rotweinstraße"

 

Mittwoch, 23.08.2017, 17.00 Uhr

Falls die Grabung witterungsbedingt nicht zugänglich ist, erfolgt ein Lichtbildervortrag.

Führung durch den Leiter der Forschungsstelle Kaiserpfalz, Holger Grewe M.A.

Treffpunkt: Rotweinstraße/Ecke Stevenage-Straße

Vortrag „Die Glocken der Ingelheimer Saalkirche"

 

Sonntag, 27.08.2017, 11.00 Uhr

Die Autoren und Herausgeber von „Die Glocken der Ingelheimer Saalkirche“ (Kleine Schrift – Ingelheimer Geschichtsthemen Nr. 10) werden in der Saalkirche über die Veröffentlichung hinausgehende Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit vorstellen.

Kooperation mit der Evangelischen Saalkirchengemeinde.


Vortrag von Vorstandsmitglied Barbara Timm, Ingelheim und Dr. Alexander Krey, Frankfurt

Ort: Saalkirche Nieder-Ingelheim

Vortrag „Auswirkungen der Reformation in Ingelheim 1648-1717"

 

Mittwoch, 30.08.2017, 19.00 Uhr

Die Einführung des Calvinismus unter Kurfürst Friedrich III. mit dem Heidelberger Catechismus 1565 führte bis zum Religionsdeklarationsgesetz vom 21.11.1705 zu einem gesellschaftlichen Wandel in der Kurpfalz. Die neue religiöse Ausrichtung der Bevölkerung zugunsten der calvinistisch-reformierten Konfession veränderte nachhaltig das Zusammenleben in den Orten. In Ober-Ingelheim verloren die Katholiken ihre angestammte Kirche und in Nieder-Ingelheim mussten sich die mehrheitlich Reformierten mit der Rudera der Kreuzkirche zufrieden geben. In diesem Vortrag soll aufgezeigt werden, wie sich diese Kirchenteilung auf das Zusammenleben der Bewohner in beiden Orten auswirkte.

 

Vortrag von Vorstandsmitglied Barbara Timm, Ingelheim

Ort: Neues WBZ, Neuer Markt 3, Großer Saal

Exkursion „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt"


Freitag, 08.09.2017, ab 8.30 Uhr

Im Reformationsjahr 2017 wirft die Sonderausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“ in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim einen Blick auf die vorreformatorische Geschichte des Papsttums. Wir erhalten eine Führung durch die Ausstellung sowie am Nachmittag eine Stadtführung.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Vortrag „Der Rheinübergang von 406/07"

 

Mittwoch, 20.09.2017, 19.00 Uhr 

Im ersten Jahrzehnt des fünften Jahrhunderts sammelten sich große germanische Verbände, darunter Vandalen, Alanen und Sueben, rechts des Rheins, überschritten ihn im Winter 406/07 gemeinsam und drangen in römisches Gebiet ein. Jenseits des Flusses angekommen, verwüsteten sie neben Mainz und Worms zahlreiche Städte im heutigen Frankreich und Belgien. Viele Fragen rund um den Rheinübergang sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Der Vortrag fragt nach Gründen, Zeitpunkt und Ort der Invasion.

Vortrag von Vorstandsmitglied Miriam Maslowski, Ingelheim

Ort: Neues WBZ, Neuer Markt 3, Großer Saal

Rundgang durch das ehemalige Reichsdorf Wackernheim

 

Sonntag, 24.09.2017, 11.00 Uhr

Traditionelle Führung am Rotweinfestsonntag in Kooperation mit der Stadt Ingelheim. Im Anschluss gibt es wieder den üblichen Umtrunk mit Brezel.

Führung durch Wolfgang Thomas, Wackernheim

Treffpunkt: Ortsmitte Wackernheim, Dorfgemeinschaftshaus

Vortrag „Denn wer dolmetzschen will, muss grosse vorrath von Worten haben. Martin Luthers Bibelübersetzung und die deutsche Sprache“

 

Mittwoch, 18.10.2017, 19.00 Uhr

Vor 500 Jahren hat Martin Luther seine 95 Thesen zum Ablass veröffentlicht und damit die Reformation ausgelöst. Luthers theologisches Programm seit dem Jahre 1517 führte letztlich in der christlichen Kirche zur konfessionellen Spaltung. Seine sprachliche Leistung – damit ist die Bibelübersetzung (1522: Neues Testament) des Wittenberger Theologieprofessors gemeint – hatte hingegen großen Anteil an der Herausbildung einer einheitlichen und überregionalen Schriftsprache.

Der Vortrag geht einerseits auf Luthers Kampfschriften ein und betrachtet hier einige der von Luther neu geschaffenen Wörter wie „Gottesaffe“ oder „Papstesel“ für den Papst, „Beichthengst“ oder „Götzenknecht“ für katholische Geistliche, „Päpstling“ oder „Papist“ für Anhänger des Papstes.

Kooperation mit dem Museum bei der Kaiserpfalz.

Vortrag von Dr. Rudolf Steffens, Mainz

Ort: Neues WBZ, Neuer Markt 3, Großer Saal

Vortrag „Luther und der Islam“

 

Mittwoch, 08.11.2017, 19.00 Uhr

Nur wenigen ist bekannt, dass Luther sich Zeit seines Lebens auch zu den Türken geäußert hat. Er hat dies getan in Zeiten massiver militärischer Bedrohung Mitteleuropas, aber dann auch in prinzipieller Auseinandersetzung mit dem Islam. Das Reformationsjubiläum bietet Anlass, sich mit Luthers Stellung zu den Türken einmal erneut zu befassen. Was ist überholt, was bleibend aktuell?

Kooperation mit dem Museum bei der Kaiserpfalz.

Vortrag von Prof. Dr. Johannes Ehmann, Heidelberg

Ort: Neues WBZ, Neuer Markt 3, Großer Saal

Gedenkfeier des Deutsch-Israelischen Freundeskreises und der Stadt Ingelheim für die jüdischen Opfer des NS-Regimes

 

Donnerstag, 09.11.2017, 18.00 Uhr

Traditionell nehmen wir an der Veranstaltung des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Ingelheim e.V. teil und treffen wir uns zur Erinnerung an die Reichspogromnacht von 1938.

Ort: Stele am Synagogenplatz, Ober-Ingelheim

Vortrag „Die Pfalz ist anders – Der Beginn des reformierten Protestantismus in der Kurpfalz“

 

Mittwoch, 13.12.2017, 19.00 Uhr

Anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 widmen sich zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen der Person und dem Wirken Martin Luthers. Aus dem Blick gerät dabei leicht, dass der evangelische Glaube breitere Wurzeln hat, zu denen u.a. der reformierte Protestantismus zählt. Für dessen Verbreitung in Deutschland kam der Kurpfalz entscheidende Bedeutung zu, vollzog sie doch als einziges größeres Territorium von reichspolitischem Gewicht um 1563 den Wechsel zum reformierten Bekenntnis.

Der Vortrag zeichnet diesen Wechsel und die daraus resultierende Sonderrolle der Kurpfalz in ihren historischen Kontext nach und informiert über Hintergründe der z.T. leidenschaftlich geführten theologischen Debatte.

Vortrag von Dr. Tobias Schreiber, Mehringen

Ort: Neues WBZ, Neuer Markt 3, Großer Saal

Vergangene Vereinsveranstaltungen 1. Halbjahr 2017

 

Vortrag "Calvinismus in der Kurpfalz. Evangelische aus ganz Europa verändern das Pfälzer Leben"

Dienstag, 31.01.2017, 19.00 Uhr

Die Kurpfalz in der Reformationszeit war eines der zentralen Territorien des refomierten Protestantismus, international vernetzt und von großer Bedeutung für die Entwicklung des Calvinismus in Westeuropa. Zugleich beeinflussten die europäischen reformierten Migranten Kirche, Politik, Wirtschaft und Kultur in der Kurpfalz wesentlich.

Vortrag von Dr. Judith Becker, Mainz

Ort: Fridtjof-Nansen-Haus, Großer Saal

Vortrag: „Volksgemeinschaft im Weinglas? Zur Beziehungsgeschichte von Weinbau und Nationalsozialismus"

 

Mittwoch, 15.02.2017, 19.00 Uhr

„Das besondere Blut aber in dieser Landschaft, (…), das ist unser Wein.“ Mit diesen wenigen Worten brachte der pfälzische Gauleiter Josef Bürckel die Ideologie des Nationalsozialismus und den Mythos Wein zusammen, als er in einem beispiellosen propagandistischen Coup die „Deutsche Weinstraße“ im Oktober 1935 eröffnete. Doch wie stand es jenseits des „schönen Scheins“ von Wein als Volksgetränk tatsächlich um die Förderung von Weinbau und Weinwirtschaft durch die nationalsozialistische Machtwalter in den Jahren 1933 bis 1945? Welche Rolle spielten die in der Weinwirtschaft Tätigen beim Aufstieg und dem Machtausbau der NSDAP? Wer zählte zu den Gewinnern, wer waren die Verlierer? Und was veränderte sich in den Kriegsjahren?

Dem Zusammenhang von Wein, Gesellschaft und Politik in den nationalsozialistischen Jahren widmet sich dieser Vortrag.

Vortrag von Dr. Pia Nordblom, Mainz

Im Anschluss Filmvorführung: „Der Coup des Gauleiters – Die Geburt der Deutschen Weinstraße“ (Julia Melan für den SWR)

Ort: Fridtjof-Nansen-Haus, Großer Saal

Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahlen

 

Dienstag, 21.03.2017, 19.00 Uhr

Ort: Fridtjof-Nansen-Haus, Großer Saal

Vortrag „Sebastian Münster und Dr. Martin Luther“

 

Mittwoch, 05.04.2017, 19.00 Uhr

Beide lebten in der Zeit des Umbruchs vom Spätmittelalter zur Neuzeit, waren Bauernsöhne und Liebhaber des guten Weines. Ob sich Sebastian Münster und der fünf Jahre ältere Martin Luther jemals begegnet sind, ist nicht belegt; auch fehlt bis heute ein Nachweis über einen möglicherweise stattgefundenen Briefwechsel. Münster hat sich sehr früh mit den Gedanken Luthers identifiziert und bereits zwei Jahre nach der Veröffentlichung die „Dekalog-Predigten“ des frummen geystlichen / vnd hochgelerten man D. Martinum Luther 1520 in einer bewusst einfachen Sprache ins Deutsche übersetzt und damit eine Publikum außerhalb des Klerus erreicht.

Gegen das Verbot der Kirche haben beide, Münster wortgetreu und Luther dem Sinn nach, die Bibel aus der Ursprache übersetzt und wurden daraufhin als Häretiker verurteilt. Luther lobte zwar Münsters Gelehrsamkeit, warf ihm aber eine allzu große Nähe zu den rabbinistischen Träumereien vor. Das trifft auch zum einen für die Spätschrift Luthers „Von den Juden und ihren Lügen“ aus dem Jahr 1539 zu, in der er sich zum anderen in aggressiver und menschenverachtender Weise gegen die Juden wendet. Münster dagegen zeigt sich in seinen Schriften als Wegbereiter der Toleranzidee, auch wenn er in seiner Beurteilung der Juden noch weitgehend von dem judenfeindlichen Klischee seiner Zeit befangen bleibt.

Vortrag von Vorstandsmitglied Reiner Letzner

Ort: nach Ankündigung

Vortrag: "Wie aktuell ist das Urteil deutscher Dichter und Denker über die Deutschen?"

 

Mittwoch, 10.05.2017, 19.00 Uhr

Vor über 50 Jahren wurde die Frage aufgeworfen: „Sind wir noch das Volk der Dichter und Denker?“. Damit wird es aber auch ratsam zu prüfen, was denn deutsche Dichter und Denker über die Deutschen sagen.

Vortrag von Prof. Dr. Johannes Fried, Frankfurt

Ort: nach Ankündigung

„Die Baugeschichte der Burgkirche in Ober-Ingelheim und ihr sozialer Kontext im Mittelalter“

 

Dienstag, 06.06.2017, 19.00 Uhr

Dr. Dr. Hauke Horn von der Universität Mainz wird in seinem Vortrag die Baugeschichte der Burgkirche in Ober-Ingelheim im Licht neuer Forschungsergebnisse betrachten und anhand dessen darlegen, wie im Mittelalter verschiedene soziale Gruppen am Bau der Kirche partizipierten.

Vortrag von Dr. Dr. Hauke Horn, Mainz

Ort: nach Ankündigung