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Das Grabmal des Barons Rabanus von Haxthausen auf dem Kirchhof von St. Johannes Evangelist in Großwinternheim


Autor und Foto: Hartmut Geißler
siehe auch Saalwächter, Andreas, BIG 14, S. 45-46


Neben der Kirche findet man noch einige ältere Grabmale, die zumeist schon stark verwittert sind, darunter auch den Grabstein eines Wohltäters dieser Kirche, des Barons [Johann] Raban(us) von Haxthausen, der wie schon sein Vater in der Kirche bestattet wurde.


Eine Tafel darüber teilt uns die Inschrift mit, deren lateinische Fassung auf der linken Seite heute gar nicht mehr lesbar ist, während vom deutschen Text rechts nur noch wenige Buchstaben erhalten sind.

1. die lateinische Fassung:

1733, 21. Sept. obiit in Domino
Monguntiae
Dominus
Rabanus Liber Baro. ab Haxthausen
sacrae caesareae majestatis et serenissimi
electoris Palatini campi mareschallus necnon
ducatus Juliacensis gubernator.
Corpus eius hoc translatus 
et in ecclesia
sepultum est.

 

Übersetzt heißt das (Gs):

1733, am 21. September, starb im Herrn in Mainz der Freiherr Rabanus Baron von Haxthausen, kaiserlicher und kurpfälzischer Feldmarschall und auch Gouverneur des Herzogtums Jülich. Sein Leichnam wurde hierher überführt und in der Kirche bestattet. 

Wenn jedoch der Monatsname ursprünglich so geschrieben war "9bris", dann war damit nicht der September als (heute) neunter Monat gemeint gewesen sein, sondern der Novembris (lat. novem = 9). Den freundlichen Hinweis verdanken wir Frau Dr. Susanne Bräckelmann vom Geschichtsverein Nierstein (25.06.2015). Falsch ist die Angabe von Saalwächter, dass er 1735 gestorben sei; richtig ist 1733.


2. Der deutsche Text daneben gibt diesen Inhalt etwas ungenau wieder und fügt noch eine wichtige Bemerkung ein, die dem lateinischen Text nicht zu entnehmen ist:

"Bedeutender Wohltäter der Großwinternheimer Kirche".

Und als solcher ist er in der alten Kirche bestattet gewesen, die jedoch ab 1760 durch den heutigen Bau ersetzt wurde. Dabei wurde sein Epitaph offenbar erhalten und an die Kirchhofmauer versetzt.


Wie Andreas Saalwächter in BIG 14 ("Die Königspfalz am Rhein und ihre Mühlen"), S.45-46, zusammengetragen hat, besaß Johann Raban von Haxthausen u.a. das Weiherhaus im Saal als kurpfälzisches Lehen. Er war Soldat, Artillerieoffizier, kaiserlicher Major, des heiligen Reiches General-Feldmarschall-Leutnant, kurpfälzischer Generalleutnant, Gouverneur der Festungen Amberg und Jülich, auch Domherr zu Magdeburg.

 

Gs, erstmals: 01.01.12; Stand: 06.03.17