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Politische Einschätzung des Nieder-Ingelheimer Pfarrers Brandau durch den Dekan Schilling, Mainz


Autor: Hartmut Geißler
nach: Huber, Geschichte, S. 166


Im Anhang seines Artikels zitiert Huber auch die Einschätzung mehrerer Pfarrer durch den Mainzer Dekan Schilling, u. a. für den Personalreferenten der SS in Mainz, darunter auch die Einschätzung des Nieder-Ingelheimer Pfarrers Otto Brandau (undatiert).

Man sieht daran, wie höhere Kirchenfunktionäre in die Überwachung ihrer Pfarrer eingespannt wurden und wie riskant es für Pfarrer werden konnte, sich zur Bekennenden Kirche offen zu bekennen.

Zitat:

„... Die anderen Pfarrer von Mainz sind neutral oder stehen zu mir. Jedenfalls haben wir das Heft in Händen, es kann uns auch nicht mehr entrissen werden.

In meinem Dekanat stehen auf Seiten der Bekenntnisfront: Heusel/Mombach, unbelehrbar, Brandau/Nieder-Ingelheim, Hartmann/Wackernheim, Lantelme/Groß-Winternheim, Amborn/Horrweiler, Trautmann/Horrweiler, fast alle anderen neigen zur BK.

Ausführliche Angaben habe ich vor wenigen Tagen mündlich dem Personalreferent der SS in Mainz gemacht.

Wir sehen jedenfalls den Kampf für unsere Kirche zugleich als einen Kampf für das Dritte Reich an. Hoffentlich wirkt sich der neue Erlaß in Rechtssachen der Kirche vom RMdI Dr. Frick zur Erstarkung der Reichskirche aus, damit der Gärungsprozeß in der Kirche zum Abschluß gelangt und der Reaktion jede Stoßkraft und Arbeitsmöglichkeit genommen wird."

 

Gs, erstmals: 24.04.12; Stand: 22.02.17