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11. Adelshöfe in der unteren Stiegelgasse


Autor und Fotos: Hartmut Geißler
Literatur dazu: Krämer, Ober-Ingelheim.


Stiegelgasse 65:

Das Anwesen, das sich bis zur Uffhubstraße hochzog, gehörte bis ca. 1580 den Busern/Beusern von Ingelheim. Hier nahm Kurfürst Ludwig VI. anlässlich der Huldigung am 16. Juli 1577, die in der Burgkirche stattfand, sein Quartier.

Die heutige Hofanlage wurde ungefähr ab 1837 für den Weingutsbesitzer und Weinhändler Philipp August Gebhard, einen Vorfahr des Theaterregisseurs Dr. Hans Niedecken-Gebhard, in spätbarocker Bautradition errichtet.

1911 wurde der englische Landschaftsgarten dahinter für den namengebenden Wiesbadener Kaufmann Gustav Adolf Bode angelegt („Bode-Park“). 

 

Stiegelgasse 50:

In der jetzigen Baugestalt wahrscheinlich von 1733, Stammsitz der Freiherren und späteren Reichsgrafen „von Ingelheim (mehrere Epitaphien in der Burgkirche).

Heute gehört das Anwesen als Hotel einem Zweig der Familie Wasem.


Stiegelgasse 48:

Ersterwähnung 1382, im 15. Jh. an Wilhelm von Ockenheim (Epitaph in der Burgkirche) verpachtet. Von 1500 bis ins 19. Jh. im Besitz der Herren Horneck von Weinheim. Sie ließen 1590 den hohen Renaissancebau errichten, der versteckt und zurückgezogen in einem großen Park liegt. Von 1834 bis 1865 Wohnsitz von Dr. Martin Mohr. Dieser stellte der deutsch-katholischen Gemeinde ein Wirtschaftsgebäude (an der Edelgasse, abgerissen) als Gotteshaus zur Verfügung (bis 1910). 1933 wohnte hier der pazifistische Studienrat Karl Balser, der von den Nationalsozialisten aus dem Dienst an der Bürgerschule entfernt wurde, und von 1962 bis 1967 der spätere Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Heute ist das Anwesen ein Boehringer-Besitz.

 

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Gs, erstmals: 03.03.06; Stand: 23.10.20