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15. Oberes Altegässer Tor und Mauerrest am Unteren Zwerchweg


Autor und Fotos: Hartmut Geißler


In Fortsetzung dieses restaurierten Wehrmauerrestes (rechts) nach Süden - vom Fotografen weg - muss man sich eine alte Pforte vorstellen, das vermutete obere Altegässer Tor, zu dem es bisher keine schriftliche Erwähnung gibt, aber auch keine archäologischen Befunde. Da aber die Altegasse, eine vielbenutzte Gasse nach (Gau-)Algesheim, an dieser Stelle die Wehrmauer kreuzte, muss hier ein altes Tor gestanden haben.

Lange Zeit wurde diese dicke Mauer von einem Wirtschaftsgebäude benutzt, das auf seiner linken Seite stand, wo heute eine kleine Grünanlage mit einem Brunnen ist. Nach dem Abriss dieses Baues wurde die Mauer in Gebäude rechts integriert. Die Einmündung des Unteren Zwerchweges in die Altegasse wurde so erheblich verbreitert.

Längerer Wehrmauerrest am Unteren Zwerchwg; Blick nach Süden; Foto: Gs
Gestrichelt der angenommene Wehrmauerverlauf im oberen Ochsenborn in einem Stadtplan von ca. 1985

Wie dem diesbezüglichen Parzellen- Katasterplan von 1848 zu entnehmen ist, setzte sich diese Mauer mit einem Graben weiter geradeaus nach Süden in Richtung des Klosters Engelthal fort, hinter der Bäckerei Finkenauer, durch den oberen Ochsenborn, da wo heute ein namenloser Pfad verläuft.

So wurde der vermutliche Verlauf auch auf einem Stadtplan des Verlages ATLASCO, Dreieich, von ca. 1985, gestrichelt eingezeichnet. Diese Annahme, gestützt durch den Katasterplan, scheint mir wahrscheinlicher als ein bisweilen vermutetes Gebück mit Anschluss an eine hinuntergezogene Wehrmauer nördlich parallel zurr gebogenen, unteren Altegasse. Diese Annahme geht wahrscheinlich auf eine Fehlinterpretation Christian Rauchs von 1934 zurück.

Denn ein oberer Verlauf würde den bebauten Ortskern schützen, während ein Verlauf unten an der Selz - in welcher Form auch immer - große Freiflächen in die Ortsbefestigung einbezogen und ihre Verteidigung ohne großen Nutzen viel aufwändiger gestaltet hätte.

Diese Annahme geriet allerdings in den letzten Jahrzehnten außer Betracht und müsste noch durch Grabungen verifiziert werden.

Zu den Wehrmauern Ober-Ingelheim allgemein


Gs, erstmals: 11.03.06; Stand: 23.10.20