Die karolingische Wasserleitung - Frisches Quellwasser für den Kaiser

Gut 80 Interessierte kamen am 25. April 2024 in das Weiterbildungszentrum zu dem Vortrag über die karolingische Wasserleitung, der in Kooperation mit der Forschungsstelle Kaiserpfalz stattfand. Deren Leiter Holger Grewe informierte über den aktuellen Forschungsstand zu der unterirdischen Fernwasserleitung, die die Pfalz Karls des Großen mit frischem Quellwasser vom Mainzer Berg versorgte. Die Leitung gilt als das früheste Beispiel einer mittelalterlichen Fernwasserversorgung nördlich der Alpen und stellt eine erstaunliche Ingenieursleistung dar. Nur dank perfekter Präzision war es den Baumeistern Karls des Großen gelungen, einen stetigen Wasserfluss zu erzielen. Naheliegendes Vorbild war die römische Wasserleitung in Mainz, wie Holger Grewe betonte. Von dieser teils über ein Aquädukt geführten Leitung müssen um 800 noch erhebliche Überreste sichtbar gewesen sein. Ob die nur geringen Kalkablagerungen der Ingelheimer Leitung tatsächlich auf eine kurze Nutzungsdauer schließen lassen, sei unklar, so Grewe. Ob sich Kalksinter ablagert, hängt auch mit der chemischen Zusammensetzung des Wassers und der Fließgeschwindigkeit zusammen. Der gegenwärtige Stand der Untersuchungen ermöglicht zwar eine zuverlässige Rekonstruktion des Verlaufs, des Aufbaus und der Funktionsweise, dennoch sind viele Fragen noch ungeklärt. So muss auch davon ausgegangen werden, dass es Revisionsschächte gab. Da aber nur ein winziger Teil der von den Quellen bei der Sandmühle in Heidesheim bis zur Archäologischen Zone Kaiserpfalz in Ingelheim etwa 6,5 Kilometer langen Leitung untersucht wurde, konnten auch keine Schächte gefunden werden. Unklar ist auch, ob es zur Querung des Tales beim Rabenkopf ein Aquädukt gegeben hat. Die Topgraphie spricht dafür, archäologisch nachweisbar ist das leider nicht.

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Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Historischen Verein Ingelheim am 20. März 2024 ehrte der Erste Vorsitzende Dr. Joachim Gerhard die anwesenden Mitglieder für ihre Treue zum Verein (von links): Antonie Gerceker für 50 Jahre, Rolf Stähler und Hiltrud Theiß für 25 Jahre, Dr. Joachim Gerhard.

Frauen und die Revolution 1848

Im Vortrag von Dr. Kerstin Wolff, Mitarbeiterin bei der Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel, thematisierte die Historikerin die vielfältigen Möglichkeiten von Frauen, die Revolution zu unterstützen. Sei es auf den Barrikaden oder als Vereinsgründerinnen oder als Gastgeberinnen für die Paulskirchenabgeordneten.

Die fast vergessene Geschichte der Nieder-Ingelheimer „Portland-Cement-Fabrik"

Die Geschichte der Portland Cement-Fabrik in Ingelheim lockte fast 100 Interessierte in das Weiterbildungszentrum. Vorstandsmitglied Hartmut Geißler erzählte lebhaft über seine aufwändigen Recherchen zur Familie Krebs. Der Aufstieg und Fall des ersten großen Industriewerkes in Ingelheim hat er mit dem Band 62 der Schriftenreihe „Beiträge zur Ingelheimer Geschichte“ kenntnisreich zusammengefasst. Aber trotz intensiver Recherchen konnte auch Geißler nicht alle offene Fragen klären. So bleibt bis heute die Frage offen, wie der Öl- und Knochenmüller Krebs in so kurzer Zeit ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen konnte. Und auch die Gründe für den rasanten Niedergang gegen Ende des 19. Jh. geben noch Rätsel auf.

Weiterführende Infos: Cementfabrik Krebs (ingelheimer-geschichte.de)

Buch zum Thema: Publikationen (ingelheimer-geschichte.de)

Als die Wikinger nach Ingelheim kamen ...

Am 5. Dezember 23 referierten Matylda Gierszewska-Noszczyńska und Ramona Kaiser von der Forschungsstelle über einen besonders spannenden Aspekt des Mittelalters: „Als die Wikinger nach Ingelheim kamen“ lautete der vielversprechende Titel, der rund 50 Interessierte in das Ingelheimer Weiterbildungszentrum (WBZ) lockte. Die sogenannte „Wikingerzeit“ (ca. 800 – 1050) verlief etwa gleichzeitig mit der karolingischen und der ottonischen Epoche in Mittel- und Westeuropa. Sie ist seit einigen Jahren verstärkt in den Fokus der Forschung gerückt. Im Juni dieses Jahres waren die beiden Forscherinnen deshalb auch im schwedischen Uppsala, um an einer internationalen Tagung teilzunehmen, in deren Mittelpunkt die vielfältigen Beziehungen zwischen Nord und Süd im Mittelalter standen.

Im ersten Teil des Vortrags skizzierte Matylda Gierszewska-Noszczyńska zunächst die frühmittelalterliche Siedlungstopographie Ingelheims und kam auch auf die insgesamt vier Sceattas zu sprechen, die in der Gemarkung gefunden wurden. Diese kleinen, frühmittelalterlichen Silbermünzen, die seit dem 7. Jh. u. a. in Friesland, Jütland und England geprägt wurden, sind ein sicherer Beleg dafür, dass Menschen aus Regionen nördlich des fränkischen Reiches als friedliche Kaufleute den Rhein hinauffuhren und hier an Land gingen. Vier Exemplare klingt zunächst nicht nach besonders viel. Zusammen mit Mainz und Xanthen gehört Ingelheim damit aber zu den Orten, an denen die meisten Sceattas gefunden wurden. Das spricht dafür, dass Ingelheim in dieser Zeit nicht unbedeutend gewesen sein kann.

Ramona Kaiser berichtete im zweiten Teil des Vortrags u. a. über die berühmte Episode des abgesetzten Dänenkönigs Harald Klak, der auf Einladung Ludwigs des Frommen an einer Reichsversammlung in der Ingelheimer Pfalz teilnahm. Der Gast aus Jütland, ein Vasall des fränkischen Königs, erhoffte sich militärische Unterstützung bei seinen internen Machtkämpfen. Zuvor sollte er sich aber taufen lassen, was am 24. Juni 826 – wahrscheinlich im Stift St. Alban bei Mainz – auch geschah. Über diese Taufe Harald Klaks berichtet unter anderem der Kleriker Ermoldus Nigellus in poetischen Worten, die von ihm erwähnten 100 Schiffe des Dänenkönigs entsprechen aber sicher nicht der Wahrheit.

Sicher ist, dass Nordmänner – Wikinger – ein beeindruckendes Netzwerk mit Kontakten außerhalb ihrer Heimat aufbauten, um wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zu pflegen. Diese Beziehungen könnten auch die Architektur von Herrschersitzen in Skandinavien, aber auch Haithabu oder Schleswig beeinflusst haben. Am bekanntesten sind die Männer aus dem Norden vermutlich für ihre Überfälle und Raubzüge, mit denen sie in Europa vor allem im 9. Jh. Angst und Schrecken verbreiteten. Zahlreiche Städte und Klöster entlang des Rheins und vor allem im heutigen Frankreich wurden geplündert und niedergebrannt – bis Ingelheim kamen sie aber nicht.

Am 5. Dezember 23 referierten Matylda Gierszewska-Noszczyńska und Ramona Kaiser von der Forschungsstelle über einen besonders spannenden Aspekt des Mittelalters: „Als die Wikinger nach Ingelheim kamen“ lautete der vielversprechende Titel, der rund 50 Interessierte in das Ingelheimer Weiterbildungszentrum (WBZ) lockte. Die sogenannte „Wikingerzeit“ (ca. 800 – 1050) verlief etwa gleichzeitig mit der karolingischen und der ottonischen Epoche in Mittel- und Westeuropa. Sie ist seit einigen Jahren verstärkt in den Fokus der Forschung gerückt. Im Juni dieses Jahres waren die beiden Forscherinnen deshalb auch im schwedischen Uppsala, um an einer internationalen Tagung teilzunehmen, in deren Mittelpunkt die vielfältigen Beziehungen zwischen Nord und Süd im Mittelalter standen.

Im ersten Teil des Vortrags skizzierte Matylda Gierszewska-Noszczyńska zunächst die frühmittelalterliche Siedlungstopographie Ingelheims und kam auch auf die insgesamt vier Sceattas zu sprechen, die in der Gemarkung gefunden wurden. Diese kleinen, frühmittelalterlichen Silbermünzen, die seit dem 7. Jh. u. a. in Friesland, Jütland und England geprägt wurden, sind ein sicherer Beleg dafür, dass Menschen aus Regionen nördlich des fränkischen Reiches als friedliche Kaufleute den Rhein hinauffuhren und hier an Land gingen. Vier Exemplare klingt zunächst nicht nach besonders viel. Zusammen mit Mainz und Xanthen gehört Ingelheim damit aber zu den Orten, an denen die meisten Sceattas gefunden wurden. Das spricht dafür, dass Ingelheim in dieser Zeit nicht unbedeutend gewesen sein kann.

Ramona Kaiser berichtete im zweiten Teil des Vortrags u. a. über die berühmte Episode des abgesetzten Dänenkönigs Harald Klak, der auf Einladung Ludwigs des Frommen an einer Reichsversammlung in der Ingelheimer Pfalz teilnahm. Der Gast aus Jütland, ein Vasall des fränkischen Königs, erhoffte sich militärische Unterstützung bei seinen internen Machtkämpfen. Zuvor sollte er sich aber taufen lassen, was am 24. Juni 826 – wahrscheinlich im Stift St. Alban bei Mainz – auch geschah. Über diese Taufe Harald Klaks berichtet unter anderem der Kleriker Ermoldus Nigellus in poetischen Worten, die von ihm erwähnten 100 Schiffe des Dänenkönigs entsprechen aber sicher nicht der Wahrheit.

Sicher ist, dass Nordmänner – Wikinger – ein beeindruckendes Netzwerk mit Kontakten außerhalb ihrer Heimat aufbauten, um wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zu pflegen. Diese Beziehungen könnten auch die Architektur von Herrschersitzen in Skandinavien, aber auch Haithabu oder Schleswig beeinflusst haben. Am bekanntesten sind die Männer aus dem Norden vermutlich für ihre Überfälle und Raubzüge, mit denen sie in Europa vor allem im 9. Jh. Angst und Schrecken verbreiteten. Zahlreiche Städte und Klöster entlang des Rheins und vor allem im heutigen Frankreich wurden geplündert und niedergebrannt – bis Ingelheim kamen sie aber nicht.


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Neue Gedenktafel zu Sebastian Münster vor der Remigiuskirche

Der Historische Verein hat eine neue Tafel neben dem Münster-Denkmal aufgestellt. Die ebenfalls vom Historischen Verein gestiftete Steintafel aus dem Jahr 1952 (ein Jahr nach der Benennung des neuen Gymnasiums nach Sebastian Münster) an der Kirchhofmauer wurde jetzt demontiert. Die Mauer selbst wird wieder hergerichtet werden. Nötig geworden war die Neuauflage aus zwei Gründen: sie war kaum noch lesbar und  sie enthielt zwei Annahmen, die durch die neuere Forschung widerlegt sind.

Das Geburtsjahr war nach Burmeisters Forschung höchstwahrscheinlich nicht 1489, wie auf der Tafel zu lesen war, sondern im Jahr zuvor, also 1488; Geburtsjahre, mehr noch die Geburtstage, wurden damals kaum überliefert, weshalb es ja immer wieder wissenschaftlichen Streit um das Geburtsjahr historischer Personen gibt, auch bei Karl dem Großen.

Das Heilig-Geist-Hospital, das hier stand, war kein heutiges, hochtechnisiertes Krankenhaus mit Rundumversorgung von der Wiege bis zur Bahre, sondern diente als Sozialstation, als Unterkunft für eher arme Leute und als Altersheim. Hier ist Sebastian Münster mit Sicher­heit nicht geboren, sondern wie fast alle damaligen Menschen zu­hause, im Bauernhof eines begüterten und angesehenen Einwohners von Nieder-Ingelheim, seines Vaters Andreas MONSTER. Der war zwar wie sein Vater und sein anderer Sohn Hospitalmeister an diesem Heilig-Geist-Hospital, aber wohnte nicht hier.

Seine Familie, auch Personen gleichen Namens in Ober-Ingelheim, sie alle hießen tatsächlich Monster, wie sich aus vielen Haderbucheinträgen zweifelsfrei ergibt. Abgeleitet war dieser Name vom lateinischen Wort für Kloster – „Monasterium“. Die Monsters waren also ursprünglich Klosterleute, die Herkunftsvermutung aus einem Ort, der Münster heißt, kann man deshalb wohl vergessen. An die heutige Konnotation, an die wir bei „Monster“ sofort denken, die ja wohl aus dem Amerikanischen stammt, dachte man damals also überhaupt nicht. Sebastian ging im lateinischen Hochschulbereich – wie damals üblich – zuerst zur la­tinisierten Form Monsterus über und ab 1518 zu Munsterus (vielleicht wegen des lateinischen Wortes Monstrum = Monster). Auch in der deutschsprachigen Cosmographie nennt er sich „Munsterus („Dieser Flecken Ingelheim, do ich Munsterus geboren und erzogen bin“). Daraus haben die modernen Historiker dann Münster gemacht. Eigentlich ist deshalb dieser Name nicht der richtige. Aber ihn jetzt in das ursprüngliche Monster umzubenennen, ist wohl unmöglich.   

Gott belohnt, Gott straft - Glauben im Mittelalter

Gefolgt von einer lebhaften Diskussion stellte der Mediävist Gerd Althoff die Thesen seines neuen Buches vor. 

Start der Revolution in Ingelheim - Abschluss der Vortragsreihe des Historischen Vereins zum Demokratiejahr 1848 im Gedenkprogramm

Wer waren eigentlich Clotilde Koch-Gontard und Henriette Zobel? Nicht nur über diese Revolutionär:innen aus Frankfurt, sondern auch über den Umgang mit weiblichen Zuschauern in der Paulskirche berichtete Henning Türk.

Eine musikalische Geschichtsstunde mit Volker Gallé

In heiterer und unterhaltsamer Art erschien die Geschichte der 1848er Revolution in neuem Licht! Was hatte das alles mit Wein zu tun? War das Hambacher Fest eher ein vergnügliches Beisammensein mit Gleichgesinnten, denn mit Gleichgestellten? Wieso ist die Casinogesellschaft Ursprung republikanischer Umtriebe? Und: wie wandelte sich die Bedeutung des Wortes „liberal“ innerhalb von zwei Jahrhunderten? Das und noch viel mehr erklärte Volker Gallé.

 

Start der Revolution in Ingelheim - erster Vortrag des Historischen Vereins zum Demokratiejahr 1848 im Gedenkprogramm

Der Vortragsabend am 4.7.23 befasste sich mit den Demokratie-Bestrebungen des 19. Jahrhunderts in Rheinhessen. Dr. Henning Türk von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gestaltete damit den Auftakt für den Historischen zum diesjährigen Erinnerungsprogramm zum Paulskirchenjubiläum des Vereins zusammen mit dem Museum bei der Kaiserpfalz und dem Haus Burggarten (Flyer zum Herunterladen: Flyer1848_Ingelheim.pdf (ingelheimer-geschichte.de))

Auch in Ingelheim sucht sich der wachsende politische Unmut gegen die spätabsolutistischen Fürstenregierungen Mitte des 19. Jahrhunderts im „Vormärz“ ein Ventil. Im Mittelpunkt des Programms steht der bekannteste Kopf: Dr. Martin Mohr. Der Warmsrother lebt seit 1834 in Ober-Ingelheim und gehört bald zu einem der führenden Köpfe der liberalen Bürgerschaft. Gemeinsam mit dem Arzt Dr. Hermann Thudichum und dem Unternehmer Philipp Gebhard, ist er 1846 maßgeblich verantwortlich für die Gründung der Ober-Ingelheimer Casino-Gesellschaft – der Vorläuferin des heutigen Vereins Haus Burggarten.

Dr. Henning Türk wird zum Abschluss der Veranstaltungsreihe des Historischen Vereins am 10.10.23 einen ganz anderen Blick auf die Demokratiebewegung des 19. Jahrhunderts werfen, nämlich den emanzipatorischen: Begrenzte Politisierung - Die weiblichen Zuschauer im Paulskirchenparlament 1848/49. Der Vortrag beleuchtet die Rolle der weiblichen Zuschauer im Paulskirchenparlament 1848/49. Damit öffneten sich für viele Frauen neue Räume, denn zuvor war das Zuschauen in den Landesparlamenten nur eingeschränkt möglich gewesen. Die Männer beanspruchten allerdings die Deutungshoheit über das weibliche Zuschauen. In ihren Berichten oder Karikaturen machten sie sich über die Frauen lustig, die angeblich ihre häuslichen Pflichten vernachlässigten. Auf diese Weise begrenzten sie die weibliche Politisierung, denn die Geschlechterordnung sollte durch das Engagement der Frauen nicht in Frage gestellt werden.

Vortrag über St. Jodokus

Der Vortragsabend in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Spätmittelalterliche Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Stiftung Ingelheimer Kulturbesitz widmete sich der Geschichte des Ober-Ingelheimer Spitals St. Jodokus.

Vortrag von Dr. Isabel Kappesser und André Madaus M.A., “Die ‚ältesten Ingelheimer‘ erwachen zu digitalem Leben“

Wie sah Ingelheim zur Römerzeit aus? Zumindest für einen Bereich gibt es jetzt schon eine digitale Rekonstruktion: das Grabmal am Rhein von Prima, Ada und Marcus Julius Gallus. In die Welt vor 2000 Jahren entführt eine App (für Android und iOS auch auf der Museumsseite zum Herunterladen: Museum Ingelheim (museum-ingelheim.de)), die von Dr. Isabel Kappesser und André Madaus M.A. vom Museum bei der Kaiserpfalz vorgestellt wurde. Die Grundlage dafür bildeten die im Jahr 1853 gefundenen einzigartigen Grabfiguren, die jetzt zum ersten Mal in Ingelheim zu sehen sind. Mit neuen und außergewöhnlichen Wissenschaftsmethoden konnten die sehr seltenen Farbreste nun untersucht werden: (das Facebook-Video ist auch ohne Facebook-Account nutzbar: Facebook)

Vortrag von Dr. Matthias Schmandt: „Der Binger Rupertsberg - ein Korrespondenzort zur Kaiserpfalz in Ingelheim?“

Dr. Matthias Schmandt überraschte in seinem Vortrag mit seinen Thesen zur Beziehung zwischen Bingen und Ingelheim. Ist der mittelalterliche Kulturraum gemeinsam zu betrachten? Kann ein Binger Hafen besser die Schwertransporte für die Pfalz erklären als ein Frei-Weinheime? Stammen die „Binger Kaiserpfalz-Säulen“ wirklich aus Ingelheim? Und warum baute Hildegard ihr Koster eigentlich in Bingen?  (das Facebook-Video ist auch ohne Facebook-Account nutzbar: Facebook)

Vortrag Hartmut Geissler: Palatium iuxta villam Ingilenheim-Palatium neben Königshof-was meinte Einhard?

Eine lebhafte Diskussion während des anderthalbstündigen Vortrages zeugte vom Interesse an der schlichten Fragestellung „Wozu diente eigentlich die Kaiserpfalz?“. Herberge oder Regierungssitz? Auch archäologische Forschungen geben leider hierzu noch keine konkreten Antworten. Aufgrund der Untersuchung unzähliger Schriftquellen versucht Vorstandsmitglied Hartmut Geissler eine Annäherung an eine Antwort (das Facebook-Video ist auch ohne Facebook-Account nutzbar): Facebook

Grabungsbesuch bei der Forschungsstelle Kaiserpfalz in der Karolingerstraße

Die Mitglieder des Historischen Vereins sind traditionell zu einem Grabungsbesuch von der Forschungsstelle Kaiserpfalz eingeladen. Die seltene Möglichkeit im Saalgebiet zu graben interessierte sehr, denn jetzt gibt es neue Erkenntnisse über die Vorgeschichte des Pfalzbaus: Es wurden Fundamentmauern, die vermutlich bis ins 8. Jahrhundert zurückreichen, entdeckt.

Wieder beim Marktfrühstück!

Nach der langen Corona-Pause präsentiert sich der Verein mit seinen Publikationen auch wieder beim Ingelheimer Marktfrühstück. Der Auftakt dazu war am 09.7.2022.

Ehrung Hartmut Geißler

Hartmut Geißler wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung des Historischen Vereins am 19.5.2022 mit der goldenen Fibel des Vereins für den Aufbau der Ingelheimer Geschichtsseiten geehrt. Der in seinem Amt bestätigte Erste Vorsitzende Dr. Joachim Gerhard überreichte auch eine Urkunde zur Anerkennung der Leistungen.

2. INGELHEIMER EHRENAMTSTAG AM 23. APRIL 2022

Beim zweiten Ingelheimer Ehrenamtstag im Mehrgenerationenhaus stand für den Historischen Verein der runde Geburtstag am 26. Mai von Sebastian Münster im Mittelpunkt.

16.11.18: Vortrag "Kriegsende und Revolution 1918/19 in Rheinhessen im Spiegel der Familie Boehringer"

 

Prof. Dr. Kißener (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) beleuchtete am Freitag, den 16.11.18, um 19.00 Uhr die Briefe der Familie Boehringer während des Endes des 1. Weltkrieges und des Ausbruchs der Revolution 1918/19.

24.10.18: Vortrag "Gutenbergs Bedeutung für die Welt-Mediengeschichte"

 

Der Vortrag von Prof. Dr. Füssel (Johannes Gutenberg Universität Mainz) am Mittwoch, den 24. Oktober 2018 um 19.00 Uhr thematisierte die Bedeutung Gutenbergs und zeigte seine wichtigsten Lebensdaten, seine Netzwerkbildung sowie seine wichtigsten Schriften für Theologie und Bildung auf.

14.9.18: Vortrag "Welterbe Pfalz - das Beispiel Aachen"

 

Am Freitag, den 14. September 2018 um 19.00 Uhr verglich Prof. Dr. Frank Pohle (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen) die Pfalzen von Aachen und Ingelheim im Hinblick auf Inszenierung, historische Selbstvergewisserung und touristisches Interesses. 

Die Veranstaltung fand im WBZ, Raum 101, als Kooperation mit der Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 "Sharing Heritage" statt.

13.6.18: Vortrag "Erfinder - Hofmann - Mainzer. Johannes Gutenberg als Patrizier im spätmittelalterlichen Mainz"

 

Die Mainzer Historikerin Dr. Heidrun Ochs beantwortete am 13. Juni im Ingelheimer WBZ die Frage, inwiefern Johannes Gutenberg ein typischer oder außergewöhnlicher Vertreter der führenden Mainzer Patrizier-Familien im 15. Jahrhundert war.

26.05.2018: Zeitgenössische Erinnerung an den Todestag Sebastian Münsters

 

Am 26. Mai 2018 gedachte der Historische Verein auf dem Sebastian-Münster-Platz seinem berühmtesten Sohn, dessen Todestag sich zum 466. Mal jährte. Am Bücherstand konnte man auch Sebastian-Münster-Wein und Sebastian-Münster-Schokolade erwerben. Heinrich Jung von der Gruppe Peregrino stimmte die Zuhörer mit zeitgenössischer Musik auf die folgende Trauerrede ein, die bei Münsters Beerdigung 1552 Erasmus Oswaldus Schreckenfuchs gehalten hatte. In dessen Rolle schlüpfte Matthias Cyrkiel, Mitglied der Theater-AG des SMG.

09.05.2018: Vortrag "Mehr als Weihnachtsbäume, Windkraft und Würstchen: Der Ingelheimer Wald und seine archäologischen Denkmäler"

 

PD Peter Haupt führte am 9. Mai 2018 in die archäologischen Forschungen ein, die neueste Erkenntnisse bzgl. der Eisengewinnung im Ingelheimer Wald hervorgebracht haben. 

 

17.04.2018: Vortrag "Die Straßennamen im Saal von Nieder-Ingelheim - Versuch einer zutreffenden Begriffserklärung"

 

Vorstandsmitglied Reiner Letzner widmete sich in seinem Vortrag am 17. April 2018 der Entstehung von Straßennamen im Nieder-Ingelheimer "Saal" und zog dafür u.a. das französische Kataster von 1812 oder das Brandkataster von 1883 zu Rate. Erst Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte die Untergliederung auf Grund der im neuen Ortsbauplan projektierten Ortsstraßen.

21.02.1018: Vortrag "Nur die Frau an seiner Seite? Die Kaiserinnen der Frühen Neuzeit"

 

Am Mittwoch, den 21. Februar 2018 stellte Prof. Dr. Bettina Braun einige Kaiserinnen der Frühen Neuzeit näher vor und fragte nach ihren Handlungsspielräumen.

25.01.2018: Vortrag "Die Reformation feiern? Religion und Politik im Europa des 16. Jahrhunderts - Folgen bis heute"

 

Prof. Dr. Luise Schorn-Schütte skizzierte in ihrem Vortrag am 25.1.2018 das zunächst rein theologische Anliegen Martin Luthers und anschließend die Art und Weise, in der seine Theologie in die zeitgenössischen politischen Debatten einbezogen wurde.

 

20.09.2017: Vortrag „Der Rheinübergang von 406/7"

 

Vorstandsmitglied Miriam Maslowski fragte am Mittwoch, den 20.09.2017 im Neuen WBZ nach Gründen, Zeitpunkt und Ort des Rheinübergangs durch große germanische Verbände, die neben Mainz und Worms zahlreiche Städte im heutigen Frankreich und Belgien verwüstet hatten. 

16.09.2017: Teilnahme am Freundschaftsfest "IngelHEIMAT"

 

Der Historische Verein Ingelheim e.V. präsentierte sich am 16.09.2017 mit einem eigenen Stand auf dem Ingelheimer Freundschaftsfest "IngelHEIMAT", warb dort um Neumitglieder und bot seine Publikationen erfolgreich zum Verkauf an.

30.08.2017: Vortrag "Auswirkungen der Reformation in Ingelheim 1648-1717"

 

Am Mittwoch, den 30.08.2017, erläuterte Vorstandsmitglied Barbara Timm den Zuhörern ausführlich, wie sich die Kirchenteilung zwischen Katholiken und Reformierten auf das Zusammenleben der Bewohner in Ober- und Nieder-Ingelheim auswirkte.

06.06.2017: Vortrag „Die Baugeschichte der Burgkirche in Ober-Ingelheim und ihr sozialer Kontext im Mittelalter“

 

Dr. Dr. Hauke Horn (Universität Mainz) betrachtete am 06.06.2017 die Baugeschichte der Burgkirche in Ober-Ingelheim im Licht neuer Forschungsergebnisse. Außerdem legte er dar, wie im Mittelalter verschiedene soziale Gruppen am Bau der Kirche partizipierten.

 

05.04.2017: Vortrag "Sebastian Münster und Dr. Martin Luther"

 

Am Mittwoch, den 05.04.2017 beschäftigte sich Vorstandsmitglied Reiner Letzner mit der Verbindung zwischen Martin Luther und dem in Ingelheim geborenen Sebastian Münster. Beide lebten in der Zeit des Umbruchs vom Spätmittelalter zur Neuzeit, waren Bauernsöhne und Liebhaber des guten Weines. Gegen das Verbot der Kirche haben beide, Münster wortgetreu und Luther dem Sinn nach, die Bibel aus der Ursprache übersetzt und wurden daraufhin als Häretiker verurteilt. 

24.03.2017: Besuch der Heidesheimer Arbeitsgemeinschaft "Dorfgeschichte"

 Am 24.03.2017 folgten Vorstandsmitglieder der Einladung, die Arbeitsgemeinschaft "Dorfgeschichte" in Heidesheim zu besuchen. Neben dem fachlichen Austausch stand die Führung in der Burg Windeck durch Karl Urhegyi im Mittelpunkt des Besuchs.

21.03.2017: Jahreshauptversammlung

Mit rund 70 Anwesenden fand am 21.03.2017 die jährliche Hauptversammlung statt. Über folgende Vereinsaktivitäten wurde u.a. berichtet:

- Errichtung der Gedenkstele zur Aachen-Wallfahrt

- Umzug der "Bibliotheca Carolina" 

- Neues Planungsverfahren für Museumsumbau

- Beteiligung an der Sonderausstellung "Alle Welt in Ingelheim. Markt der Kulturen 1816-2016"

- Vereinspublikationen 2016/2017

- Veranstaltungsausblick 2017

- Geschichtswettbewerb für Jugendliche 2017.

Nach einem Rück- und Ausblick auf Aktivitäten des Museums bei der Kaiserpfalz und dem Kassenbericht wurde der Vorstand ohne Gegenstimmen wiedergewählt. Zudem wurden sieben Vereinsmitglieder für 25- bzw. 50-jährige Mitgliedschaft geehrt.

20.02.2017: Buchvorstellung "Die Glocken der Nieder-Ingelheimer Saalkirche"

Am 20.02.2017 stellte der Historische Verein seine aktuelle Publikation vor. Der Rechtshistoriker Dr. Alexander Krey (Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt) und Vorstandsmitglied Barbara Timm erforschten "Die Glocken der Nieder-Ingelheimer Saalkirche". Die Forschungsergebnisse wurden nun als "Kleine Schriften - Ingelheimer Geschichtsthemen Nr. 10" der Öffentlichkeit präsentiert.

15.02.2017: Vortrag "Volksgemeinschaft im Weinglas? Zur Beziehungsgeschichte von Weinbau und Nationalsozialismus"

Am Mittwoch, den 15.02.2017 war die Historikerin Dr. Pia Nordblom (Johannes Gutenberg Universität Mainz) beim Historischen Verein Ingelheim zu Gast. Sie referierte über den Zusammenhang von Wein, Gesellschaft und Politik in den nationalsozialistischen Jahren. Im Anschluss wurde der SWR-Film "Der Coup des Gauleiters - Die Geburt der Deutschen Weinstraße" gezeigt. 

06.12.2016: Vortrag "Die Post in Ingelheim"

Am Dienstag, den 06.12.2016 stellte Manfred Hinkel (Alzey) den Versand schriftlicher Nachrichten im Raum des späteren Rheinhessens seit dem Ende des 15. Jahrhunderts dar - unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in und um Ingelheim.

15.11.2016: Vortrag "Fremdwörter: Überfremdung in der deutschen Sprache?"

Am 15.11.2016 referierte die Linguistin Dr. Carmen Scherer/Johannes Gutenberg-Universität Mainz über die Frage nach der Überfremdung der deutschen Sprache durch Fremdwörter wie Sushi, Latte Macchiato und Online Shopping.

26.10.2016: „Historischer Buchpreis“ für Heft 55 (Beiträge zur Ingelheimer Geschichte)

Alle drei Jahre wird der „Sachbuchpreis Decimus Magnus-Ausonius" von den Heimatfreunden am Mittelrhein ausgelobt. 2016 wurde Vorstandsmitglied Reiner Letzner für sein Werk „Sebastian Münster und das vermessene alte Ingelheim“ (Beiträge zur Ingelheimer Geschichte, Heft 55) mit dem zweiten Preis bedacht. Laudator Dr. Tobias Schmuck hob insbesondere die gedankliche Eigenständigkeit und wissenschaftliche Fundiertheit der Arbeit hervor.

05.10.2016: Vortrag "Das genetische Gesicht Europas"

Am 05.10.2016 war der Anthropologe Prof. Dr. Kurt Alt von der Johannes Gutenberg-Universität zu Gast. Im Mittelpunkt seines Vortrags stand die Besiedelungs- und Bevölkerungsgeschichte Europas vor 12.000 Jahren, die von der jüngeren Forschung vor allem molekulargenetisch nachgezeichnet wurde.

07.09.2016: Vortrag "Engelharts Festungspläne und der Burgenplan des Ingelheimer Saales im 17. Jahrhundert"

Vorstandsmitglied Hartmut Geißler erläuterte am 07.09.2016 die beiden Pläne vom Ingelheimer Saal, die der Festungsbau-Gehilfe Engelhart 1619 bzw. 1621 erstellte und verglich sie mit dem sog. Burgenplan. 

06.08.2016: Vereinswerbung auf dem Ingelheimer Wochenmarkt

Der Historische Verein Ingelheim e.V. präsentierte sich 2016 mehrfach auf dem Ingelheimer Wochenmarkt, warb um Neumitglieder und bot seine Publikationen zum Verkauf an.